Persönliches


Sollbruchstellen und Stationen

verhindern größerer Schäden in einem Gesamtsystem und stehen für 'technische Überlastungssicherungen'. In einer Biographie markieren Zäsuren sinnvolle und bedeutende Lebensabschnitte. Was für den Einen als Bruch in einem Lebenslauf erscheint, ist für den Anderen Ausdruck persönlichen Gestaltungswillens. 

 

Biographien sind weder wahr noch unwahr. Jedoch sind sie sozial, sachlich und zeitlich verortbar.

 

'Lebenslanges Lernen' und 'learning by doing'; können für ein Leben stehen, dessen Sinn weit über die exklusive Relevanz ökonomisch verwertbarer Erwerbstätigkeit hinaus geht. Entsprechend einer vielfältigen, zwar geographisch eng zusammengerückten, jedoch über sieben Milliarden Einzelschicksale umfassenden (Welt)Gesellschaft. 


I

Das kalifornische Los Angeles wird früh zu einem Bezugspunkt.

Schulisches Scheitern in diversen Schulformen - der Wunsch nach einem sozialwissenschaftlichen Studium bleibt.

Taschengeld und erster Einblick in mediale Kommunikation durch die Aktion 'Junge Kritiker‘ einer überregionalen Fernsehzeitschrift.  

Prägender Einblick in die Vielfalt sozialer Lebenswelten als Nanny in Paris. Verantwortung für zwei Kleinkinder einerseits, Annehmlichkeiten des Lebens in einem 5-Sterne Hotel andererseits.

Der Tod reißt unwiderrufliche emotionale Wunden, fordert und fördert  Organisations- und Entscheidungsvermögen im selben Moment. 

Weder der 'Zweite Bildungsweg' noch der Umzug nach Berlin erweisen sich als Garanten für einen deutschen Schulabschluss oder gar das Abitur.  Ohne-Wenn-und-Aber erteilt die Universität von Amsterdam die Studiengenehmigung (Colloquium Doctum)

II

Wissenschaftliche Ausbildung

Mit der Fachrichtung Grundlagenforschung (''Allgemeine Sozial- und Erziehungswissenschaften") bei Frieda Heijting bin ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Statt, wie in der geisteswissenschaftlich fundierten Pädagogik üblich, normative Wert- und Zielsetzung zu entwerfen, analysieren wir Primärprämissen anhand ihrer Plausibilität in sozialen Lebenswelten.

Die systemtheoretischen Vorlesungen Niklas Luhmanns' in Bielefeld offenbaren dazu das Instrumentarium, und den gesuchten, hohen Erklärungswert. 

"Anthropologische Philosophie" (Nebenfach) zeigt mir, was ich gedanklich hinter mir lasse.

Kommunikationsdesign ('Farbe und Form') als Nebenfach, bei Bazon Brock an der GHS Wuppertal, ist an der Amsterdamer Universität erläuterungsbedürftig. Das Lernen über Visuelle Kommunikation und Wahrnehmung entpuppt sich als mein Tüpfelchen auf dem i.

 Die Archivarbeit zur 'Geschichte der Gestalter-Ausbildung in Wuppertal' (Personengebundenes Stipendiums des Ministeriums für Wissenschaft und Forschung NRW) weckt mein Verständnis für die Entwicklung der 'Theorie vs. Praxis' Diskussion. Zusammen mit der Realisierung der Publikation „Kommunikationsdesign“ ISBN 3-88375-066-2, in Kooperation mit Anke Classen, ein konkreter Bezugspunkt meines unstillbaren Erkenntnisinteresses.

Prädikatsexamen und Lehrbefugnis sind erfreulich, angesichts von beantworteten Lebensfragen, irrelevant. Was bleibt ist das Verständnis dafür, dass die Frage mehr Antworten bereit hält, als die Antwort selbst.

III

Zurück in Deutschland erweist sich mein Anspruch, Elternschaft / wirtschaftliche Vollverantwortung / Promotionsarbeit, gleichermaßen gerecht zu werden als unrealistisch.

Das Angebot „in die Grafik-Generierung für ‚Medical Information - Scientific Service‘ einzusteigen“, sichert den Lebensunterhalt. Computerkenntnisse von der Pike auf ist die Zugabe. Die technologische Entwicklung ermöglicht einen erneuten Umzug nach Berlin. 'Home-Office' ist die Chance   Erwerbstätigkeit und Elternschaft zufriedenstellend zu verbinden.  Herausfordernd ist die Produktion und Koordination von visuell kommunizierter wissenschaftlicher Information unter stetem Zeitdruck.

Empirie und Datensätze - der Blick auf Unterschiede zwischen natur- und sozialwissenschaftlichen Glaubenssätzen und Perspektiven erweitert sich.

Strukturen und Mechanismen von Konzernen und Karrieren zeigen eigene Grenzen und die Schattenseiten von ökonomischen Interessenlagen auf.  Als die Microsoft Software PowerPoint sich als Präsentationstool international durchsetzt verliert das nunmehr standardisierte Aufgabengebiet endgültig seinen Reiz.  

Schulprobleme, nun die des Kindes, treffen auf ein geschultes Auge: Erworbene Kenntnis erlauben den Schulerfolg (nicht die Lernleistung!) richtungsweisend zu lenken - der Teilleistungsstörung zum Trotz

Leserfreundliches Texten stellt die Weiterbildung 'Fachjournalismus und Public Relation' an der Freien Journalisten Schule, Berlin in Aussicht. Meine Unentschiedenheit zwischen Text und Schlagzeile, - der vertiefenden, Übersicht stiftenden Langfassung oder der verkürzenden, auf den Punkt gebrachten Quintessenz - kann sie nicht auflösen.

Branchen und Tätigkeitsfelder wie Pädagogische Einzelfallhilfe, Suchmaschinen-Evaluation, 'Call Performance Monitoring' bauen darauf auf durch optimierte Kommunikation (Intervention) Handlungsfelder  zu erschließen oder effizienter zu gestalten (sprich: Gewinne zu maximieren). Ihr Glaube an die Steuerungsmechanismen strategischer Kommunikation entspricht meiner skeptischen und fortwährenden Frage nach den tatsächlichen Möglichkeitsspielräumen und Grenzen persönlicher und sozialer Kommunikation. 

Der die amerikanische Berufswelt bestimmende Pragmatismus entspricht mir - der Umzug nach Los Angeles ist dennoch keine Option - trotz 'Greencard'. Mein Deutsch-Sein möchte Vorort gelebt sein - mit all seiner Widersprüchlichkeit.

Bedingt durch die ins Auge gefasste Berufswahl des Nachwuchses erlebe ich gegenwärtig mit, dass akademische Berufsausbildung und Erkenntnisinteresse einander nicht zwingend bedingen.

 

Fällt die operative Elternarbeit weg ist der Kopf wieder frei. Sehr hilfreich - beim Denken über den Tellerrand hinaus.

 

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